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DREI MAL NICHT

DAS GLEICHE IN GRÜN

Wie unterschiedlich der klassische Garten vor den Toren der Stadt für Familien, Singles und

Hobbygärtner aussehen kann.

I

mmer am Rand entlang: Wer sich

für seinen Garten nie wirklich ein

Konzept überlegt, sondern die Dinge

nach dem Motto „Terrasse-Rasen-Zaun“

passieren lässt, wird auch nie mehr als

genau das bekommen. Wer sich aber

hinsetzt und einen Plan entwickelt, bei

dem allen Bereichen Aufmerksamkeit ge-

schenkt und auch überlegt wird, welchen

– wandelnden – Ansprüchen sie gerecht

werden sollen, bekommt mehr Grün fürs

Geld. Wie das geht, zeigt Gartenarchi-

tektin Birgit Fischer-Radulescu mit drei

Grundrissen eines typischen 12 mal

15 Meter großen Doppelhaushälfte-

Gartens im Wiener Speckgürtel, die den

unterschiedlichen Bedürfnissen eines

feierfreudigen Singles, einer Familie mit

Kindern und eines Hobbygärtners mit

Erntewunsch gerecht werden und dabei

deutlich machen, was alles geht und wie

man die typischen Fehler vermeidet.

„Wichtig ist, für den Garten genau wie

für das Haus eine Struktur zu finden“,

erklärt die Inhaberin von „purpurgrün

landschafts- und gartenarchitektur“.

„Natürlich ist ein großer Rasen toll, rich-

tig interessant wird es aber erst, wenn

etwas hineinspringt und eine Nische er-

gibt, sich der Blick öffnet und ein Garten

auch räumlich wirkt.“ Ein Ergebnis, das

allzu oft verpasst wird, weil die Leute

sich nicht trauen und stattdessen ihre

Beete lediglich am Rand entlang ziehen

– und den Fehler machen, den Garten

immer nur aus einer einzigen Perspek-

tive, nämlich vom Haus aus, zu be-

AUSGANGSLAGE

GRUNDSTÜCK

Das klassische Grün hinter einer

Doppelhaushälfte im Wiener Speck-

gürtel. 12 mal 15 Meter groß mit dem

Gartenzugang sowie dem Carport

oder der Garage am Kopfende und

Nachbarn an mindestens zwei, wenn

nicht allen drei anderen Seiten.

purpurgrün

2012 hat Birgit Fischer-Radulescu

sich mit ihrem Unternehmen für Gar-

ten- und Landschaftsarchitektur in Wien

selbstständig gemacht und seitdem Oasen – vom Hof- über den

Cottage- und vom Kubismus- bis zum Literaturgarten – designt. Für

Gärtner, die weder einen Villengarten noch ein unbegrenztes Budget

zur Verfügung haben, bietet die gebürtige Wienerin, die in Deutsch-

land studiert und bei den britischen Gartenarchitekten Colvin and

Moggridge gearbeitet hat, auch Wochenendseminare an, in denen sie

ihr Wissen über die richtige Gartenplanung teilt.

»

purpurgruen.at

„Wichtig für die Planung ist es,

nicht immer nur vom Haus aus zu schauen.“

trachten. Was mit guter Planung besser

ausschaut, muss keineswegs teurer sein

als das zusammengestoppelte Gegen-

stück, wie die Gartenplanerin erklärt:

„Man muss ja nicht alles auf einmal ma-

chen, das geht auch schrittweise, wenn

man erst einmal einen Plan hat. Bei-

spielsweise erst einmal mit einer schön

eingefassten Terrasse und günstigen,

gebrauchten Möbeln beginnen und dann

alles Weitere nach und nach angehen.“

Lediglich die Bäume sollte man gleich

setzen – denn die brauchen schließlich

ihre Zeit, um zu wachsen.

Foto & Plan: beigestellt, Birgit Fischer-Radulescu

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LiEBENSRAUM

WILLS SCHÖN