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SCHATZSUCHE AUF

DEM DACHBODEN

Welche alten Fundstücke heute wieder heiß begehrt sind und wo

mit

man eher keinen Blumentopf mehr gewinnt.

S

ie verstecken sich auf Dachböden

oder in Kellern, Scheunen und

Küchen; manche von ihnen sind

deutlich überschätzt, während andere ein

Mauerblümchendasein führen, obwohl

sie längst zu begehrten Sammlerstü-

cken avanciert sind. Die Schätze aus der

Vergangenheit zu erkennen kann sich aber

durchaus lohnen: Denn für Opas Seifen-

schalenhalterung, die man all die Jahre

keines Blickes gewürdigt hat, lässt sich

möglicherweise ein stolzer Preis erzielen –

wenn sie beispielsweise im Bauhausgestell

und mit einem Becher aus Lilienporzellan

daherkommt. 75 Euro werden dafür zum

Beispiel auf willhaben verlangt. „Besonders

Lilienporzellan ist im Moment extrem ge-

fragt“, weiß Franz Vošicky, User Marketing

Manager bei willhaben, „und gehört zu

den klassischen Schätzen, die man beim

Entrümpeln findet.“ Außerdem stünden

besondere Editionen großer Marken hoch

im Kurs, mit denen sich Rekordpreise

erzielen lassen. „Wir hatten beispielsweise

vor einiger Zeit das bayrische Oktoberfest-

Service vom Meissen um 80.000 Euro bei

uns zum Verkauf“, berichtet Vošicky.

Aus den Erfolgen, die diese besonde-

ren Marken derzeit erzielen, darauf zu

schließen, dass sich mit leicht abgeschla-

genen Tassen und Tellern grundsätzlich

ein Gewinn machen lässt, ist allerdings ein

Trugschluss. „Für reguläres Gebrauchs-

porzellan bekommt man heute fast nichts

mehr“, erklärt der Kärntner Auktionator

Wolfgang Pauritsch, der auch als Experte

der ZDF-Show „Bares für Rares“ im Einsatz

ist. Dafür hat ein anderer Teil der Tischde-

koration enorm gewonnen: „Der Wert von

Silberbesteck hat sich in den vergangenen

Jahren fast verdoppelt“, erklärt Pauritsch.

„Echte Silberexponate sind sehr gefragt,

beispielsweise erleben Messerbänkchen

derzeit einen totalen Boom“, berichtet

er. Diese würden unter anderem von der

höherpreisigen Gastronomie gern gekauft,

die mit den Accessoires auf ihren Tischen

die Gäste stilvoll von der leidigen Frage

befreien, wo sie nach dem „Gruß aus der

Küche“ mit dem Messer hinsollen.

SCHÖNE SAMMELSURIEN

Wofür die Bänkchen auch gar nicht

zusammenpassen müssen; hier wird ein

schönes Vintage-Sammelsurium genauso

geschätzt wie bei den momentan ebenfalls

beliebten silbernen Serviettenringen und

manchen alten Trinkgefäßen: „Da sind

derzeit beispielsweise alte Egermann-

Gläser wieder gefragt“, verweist Pauritsch

auf die bunten, geschliffenen böhmischen

Kristallgläser. Und manche Dinge, deren

eigentlicher Inhalt ein wenig an Popularität

verloren hat, werden einfach neu genutzt:

„Die junge Generation ist kreativ darin,

die Dinge an die heutigen Bedürfnisse

anzupassen. Das sieht man beispielsweise

bei alten Mokkaservices“, weiß Pauritsch.

„Natürlich trinkt heute kein Mensch mehr

Fotos: (6x) shutterstock/dkART/tanuha2001/octographer/Dim Dimich/AZart/ Maik Kirsten, (2x) fotolia/binbeter/ott

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